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Die zehn wichtigsten Vulkane der Karibik

2025-05-07

Unter jeder Postkarte aus der Karibik taucht die Atlantische Platte westwärts unter die Karibische Platte ab. Das Ergebnis ist der Bogen der Kleinen Antillen – eine Kette aktiver Schichtvulkane von den Jungferninseln bis Grenada. Mehrere davon sind in den letzten 30 Jahren ausgebrochen.

1. Soufrière Hills (Montserrat)

Der Vulkan, der Plymouth – die Hauptstadt – ab 1995 zerstörte. Die südliche Hälfte Montserrats bleibt Sperrzone. Touren ab dem Observatorium in der sicheren Zone erklären die Geologie und den beispiellosen Untergang einer karibischen Hauptstadt.

2. La Soufrière (St. Vincent)

Ein 1.234 m hoher Schichtvulkan, der im April 2021 explosiv ausbrach und etwa 20 % der Bevölkerung monatelang verdrängte. In ruhigen Zeiten über einen Waldweg von der Luvseite besteigbar.

3. Mount Pelée (Martinique)

Der Vulkan, dessen pyroklastischer Strom 1902 Saint-Pierre zerstörte und rund 30.000 Menschen in Minuten tötete. Ende 2020 in eine höhere Warnstufe versetzt – wieder unter strenger Beobachtung. Bei gutem Wetter ab Grand-Rivière besteigbar.

4. La Soufrière (Guadeloupe)

Ein 1.467 m hoher aktiver Schichtvulkan im Süden von Basse-Terre, mit starker Fumarolentätigkeit und gelegentlichen phreatischen Eruptionen. Mit Führer ab Saint-Claude bestiegen.

5. Kick 'em Jenny (vor Grenada)

Ein submariner Vulkan 8 km nördlich von Grenada, der aktivste der Karibik. Letzter bekannter Ausbruch 2015. Um den Schlot gilt eine maritime Sperrzone.

6. Mount Liamuiga (St. Kitts)

Ein 1.156 m hoher bewaldeter Schichtvulkan im Norden von St. Kitts, mit einem Kratersee im Gipfel. Letzter Ausbruch um 1843. In einer langen Tagestour vom Fuß bestiegen.

7. The Quill (Sint Eustatius)

Ein 600 m hoher ruhender Schichtvulkan in der Mitte der kleinen holländischen Insel Sint Eustatius. Der Regenwald in seinem Krater ist Nationalpark.

8. Soufrière (St. Lucia)

Ein Geothermalfeld nahe der Stadt Soufrière, das wegen seiner befahrbaren Schwefelquellen im alten Krater oft „Drive-in-Vulkan" genannt wird. Letzter magmatischer Ausbruch vor rund 40.000 Jahren.

9. Mount-Misery-/Liamuiga-Komplex

Die gesamte vulkanische Struktur von St. Kitts: ein älterer erodierter Schild, überlagert vom jüngeren Liamuiga-Kegel. Die ganze Insel ist ein vulkanisches Bauwerk.

10. Vulkanzentren Dominicas

Dominica hat neun potenziell aktive Vulkane, darunter Morne aux Diables, Morne Diablotins und das Valley of Desolation. Der zweitgrößte heiße See der Welt, der Boiling Lake, liegt in diesem Geothermalfeld. Die Üppigkeit Dominicas ist vulkanische Produktivität in sichtbarer Form.

Warum es den Bogen gibt

Die Atlantische Platte taucht mit etwa 2 cm/Jahr westlich unter die Karibische Platte ab. Aus der absinkenden Platte freigesetztes Wasser erzeugt unter den Inseln Bogenmagma. Der Bogen biegt sich nach Westen und Süden zwischen St. Vincent und Grenada.

Sicherheit und Zugang

Die karibischen Vulkane werden von lokalen Behörden überwacht: MVO (Montserrat), NEMO (St. Vincent), OVSM und OVSG (Frankreich), SRC (regionales Zentrum in Trinidad). Vor jeder Reise aktuelle Mitteilungen prüfen – Ausbrüche können schnell eskalieren.

Auf der Karte

Wer die Karte auf die Karibik filtert, sieht den Bogen von Norden nach Süden schwingen – jeder Inselvulkan sitzt auf derselben Subduktionslinie, und die Unterschiede sind Stadien derselben Geschichte.