Die 10 wichtigsten Vulkane Jejus und der koreanischen Halbinsel
Die koreanische Halbinsel ist überwiegend alte, stabile Kruste, eingeklemmt zwischen den aktiven Bögen Japans und den Riftmargen Nordostchinas. Vulkanismus fehlt der Region trotzdem nicht: Jeju im Süden ist ein junger basaltischer Schild mit Hunderten Kegeln, und der Paektu an der nordkoreanisch-chinesischen Grenze ist einer der größten historisch bekannten Ausbrüche der Menschheit. Diese zehn sind die Vulkane, die zählen.
1. Hallasan (Mount Halla), Jeju
Der prägende Vulkan Koreas. Ein 1.950 Meter hoher Schild, der den Großteil der Insel Jeju ausmacht. Letzter Ausbruch vor rund 1.000 Jahren. Der Gipfelkrater Baengnokdam trägt einen kleinen saisonalen See und gehört zu den ikonischsten Wanderzielen Südkoreas.
2. Jejus Parasitärkegel (oreum)
Über Jeju verteilen sich etwa 360 kleine Parasitärkegel — oreum — aus der langen basaltischen Geschichte der Insel. Viele sind in einer Stunde zu erwandern, manche stehen unter Denkmalschutz, und einige tragen eigene Kraterseen.
3. Seongsan Ilchulbong, Jeju
Ein spektakulärer Tuffkegel an der Ostküste Jejus, entstanden vor rund 5.000 Jahren durch eine flachmarine hydrovulkanische Eruption. Der Gipfel, in kurzer Wanderung erreichbar, ist einer der meistfotografierten Orte Koreas, besonders bei Sonnenaufgang.
4. Manjanggul-Lavatube, Jeju
Kein Vulkan an sich, aber eine der längsten zugänglichen Lavatuben der Welt — Relikt der basaltischen Ausbrüche, die die Insel aufbauten. Teil des UNESCO-Geoparks Jeju, mit öffentlichem Zugang zu einem Abschnitt.
5. Paektu (Changbai), DPRK–China-Grenze
Der größte historische Ausbruch Ostasiens. Die „Jahrtausend- Eruption" von 946 n. Chr. legte Asche bis nach Hokkaido und hinterließ eine gewaltige Gipfelcaldera, heute vom tiefen See Tianchi/Cheonji gefüllt. Die moderne vulkanologische Zusammenarbeit zwischen China und Nordkorea ist lückenhaft.
6. Ulleungdo
Eine Vulkaninsel im Ostmeer (Japanischen Meer) rund 120 Kilometer östlich des koreanischen Festlands. Ein relativ junger basaltisch-trachytischer Schild, der steil aus tiefem Wasser aufragt. Derzeit ruhend; letzter Ausbruch vor rund 10.000 Jahren.
7. Dokdo / Liancourt Rocks
Winzige erodierte Vulkanfelsen östlich von Ulleungdo, Reste eines älteren, weitgehend versunkenen Vulkanbaus. Politisch zwischen Korea und Japan umstritten, geologisch dem Ulleungdo verwandt.
8. Nordöstliches Vulkanfeld
Der äußerste Nordosten der Halbinsel besitzt ein kleines quartäres Basaltfeld, das ins russische Primorje und ins chinesische Grenzland übergreift. Kein Touristenziel, aber Teil des koreanischen Inventars.
9. Südwestfeld
Kleinere spätkänozoische Ströme und Kegel liegen rund um die südwestliche Küste Südkoreas. Die meisten sind stark erodiert und sedimentüberlagert, zeigen aber, dass der Vulkanismus weiter reicht als nur bis Jeju.
10. Submarine Kegel in koreanischen Gewässern
Mehrere submarine vulkanische Strukturen — Seamounts, mögliche Guyots — liegen vor der Südküste. Detaillierte Bathymetrien der letzten Jahrzehnte haben sie genauer kartiert. Keine ist als derzeit aktiv bekannt.
Zwei sehr unterschiedliche Geschichten
Koreanischer Vulkanismus hat zwei Geschmacksrichtungen. Jeju und Hallasan sind ozeanische basaltische Schilde mit häufiger Kleinaktivität in jüngerer geologischer Zeit. Der Paektu ist ein kontinentaler Stratovulkan mit seltenen, aber kataklysmischen Ereignissen. Die Halbinsel zeigt beide Enden des Spektrums.
Wie man reist
Hallasan und Seongsan Ilchulbong sind Tagesausflüge ab Jeju City und Seogwipo. Manjanggul ist ein halbtägiger Abstecher. Ulleungdo erfordert eine lange Fährfahrt vom Festland, ist aber außergewöhnlich. Der Paektu ist von der chinesischen Seite (Changbai) viel leichter zugänglich als von Nordkorea.
Auf der Karte
Filtert man die Karte auf Korea, springt der Kontrast ins Auge: Jeju glüht im Süden mit hunderten kleiner Strukturen, während der Paektu im Norden als gewaltiges Einzelzentrum dominiert und die Halbinsel dazwischen auf deutlich älterer, ruhigerer Kruste sitzt.