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Die zehn wichtigsten Vulkane Islands

2024-03-04

Island ist die Stelle, an der der Mittelatlantische Rücken über dem Meer ausbricht. Zwei Platten ziehen sich durch das Land voneinander weg, und das Ergebnis ist ein vulkanisches System, das im Schnitt alle drei bis fünf Jahre irgendwo aufreißt. Diese zehn Namen geben der Karte ihren Halt.

1. Hekla

Im Mittelalter galt die Hekla in ganz Europa als „Tor zur Hölle". Sie zählt noch immer zu Islands aktivsten Vulkanen, kündigt sich erfahrungsgemäß nur kurz an und wird in ruhigen Phasen bestiegen, sonst aufmerksam beobachtet.

2. Katla

Unter dem Gletscher Mýrdalsjökull verborgen, gilt Katla historisch als überfällig und kann katastrophale Gletscherläufe (Jökulhlaups) auslösen. Die unterirdische Wärme speist zugleich den Katla-Geopark und die berühmten Eishöhlen der Region.

3. Eyjafjallajökull

Der Ausbruch von 2010 legte Europas Luftverkehr lahm und machte den schwer aussprechbaren Namen weltbekannt. Die vergletscherte Gipfelkuppe ist von der Südküste aus sichtbar; in Þorvaldseyri erzählt ein Besuchszentrum die Geschichte.

4. Bárðarbunga

Ein riesiges subglaziales System unter dem Vatnajökull. Der Spalteneruption Holuhraun 2014–15 war einer der größten Lavaaustritte Islands seit Jahrhunderten; das erkaltete Flussfeld bildet heute eine fast leere Hochlandebene.

5. Fagradalsfjall (Reykjanes-Halbinsel)

Die Spaltenausbrüche seit 2021 haben Reykjanes aus dem Schlaf eines schlafenden Systems in eine ständig überwachte aktive Region verwandelt. Bei Grindavík hat sich eine ganze Kraterreihe entlang Sundhnúkur geöffnet.

6. Grímsvötn

Islands am häufigsten ausbrechender Vulkan, unter dem Vatnajökull verborgen. Er ist der Motor jener Jökulhlaups, die das Tiefland Skeiðarársandur immer wieder neu modellieren.

7. Askja

Eine hochgelegene Caldera im zentralen Hochland mit dem kobaltblauen Kratersee Öskjuvatn und dem warmen, milchigen Víti daneben. Im Sommer mit Tour von Mývatn erreichbar.

8. Krafla

Ein langes Spaltensystem nahe Mývatn, dessen „Krafla-Feuer" 1975–84 den Vulkanologen fast ein Jahrzehnt Forschung bei laufender Eruption bescherten. Heute steht hier ein Geothermiekraftwerk; das Lavafeld Leirhnjúkur ist nach wie vor beeindruckend.

9. Hengill / Hveragerði

Das Vulkansystem oberhalb Reykjavíks versorgt die Hauptstadt mit Warmwasser und Strom. Wanderwege führen durch dampfende Täler zu warmen Bachläufen – Vulkanismus, übersetzt in Infrastruktur.

10. Öræfajökull

Islands höchster Vulkan und höchster Berg, am Südrand des Vatnajökull. Sein Ausbruch von 1362 war das größte Tephra-Ereignis der isländischen Geschichte; heute ist er ein hochalpines Tourenziel.

Eine Vulkanreise nach Island planen

Die meisten Gäste erleben Islands Vulkanismus über die Landschaft, nicht über Eruptionen: Lavafelder entlang der Ringstraße, geothermale Täler, Eiskappen auf heißem Gestein. Wenn doch ein Ausbruch stattfindet, strömen Menschen heran – Zugang wird aber von Polizei, Wetterdienst und Zivilschutz geregelt und kann innerhalb von Stunden gesperrt werden.

Sicherheit und Beobachtung

Der isländische Wetterdienst (vedur.is) führt Echtzeit-Updates und Gefahrenkarten. Wer aktive Stellen besucht, sollte stets dort nachsehen, sich auf Wind unter null Grad auch im Sommer einstellen und abgesperrte Bereiche niemals betreten – Gase und einstürzende Lavakanäle fordern auch erfahrene Opfer.

Auf der Karte ansehen

Wer die Karte auf Island filtert, sieht die Vulkane wie auf einer Schnur entlang des Mittelatlantischen Rückens aufgereiht. Die Gruppen im Süden und auf Reykjanes sind diejenigen, die man am ehesten besucht.