Die 10 wichtigsten Vulkane Irans
Iran ist kein Land, das man üblicherweise mit Vulkanismus verbindet, und doch trägt es den höchsten Vulkangipfel Asiens westlich des Hindukusch und eine ungewöhnlich reiche Palette vulkanischer Landschaften — von klassischen Stratovulkanen über Schlammvulkane bis zu Basaltplateaus. Diese zehn ziehen sich quer durchs Land und vermitteln eine unterschätzte Geologie.
1. Damavand
Der prägende Vulkan Irans und mit 5.609 Metern der höchste Gipfel des Nahen Ostens. Ein fast perfekter Stratovulkan im Elburs-Gebirge nördlich von Teheran, mit Fumarolen nahe dem Gipfel und einer langen Rolle in persischen Mythen und Texten. Der Aufstieg ist technisch einfach, doch die Höhe macht ihn ernst.
2. Sabalan
Ein massiver andesitischer Stratovulkan im Nordwesten bei Ardabil. Sein Gipfel ist ein Komplex von Kegeln um einen Kratersee; die unteren Hänge tragen heiße Quellen und das berühmte geothermische Feld bei Meshgin Shahr. Hier arbeitet Irans erstes geothermisches Kraftwerk.
3. Sahand
Ein breites, erodiertes Vulkanmassiv südöstlich von Täbris, das einst über 4.000 Meter aufragte. Heute ist es eher ein Hochland aus vulkanischen Formen und Skipisten als ein offensichtlicher Kegel. Archäologisch wichtig: die vulkanischen Böden tragen alte Höhlendörfer wie Kandovan.
4. Taftan
Der in moderner Zeit aktivste Vulkan Irans, im Südosten nahe der pakistanischen Grenze. Dauerhafte Fumarolen blasen vom Gipfel; kleinere phreatische Aktivität ist in den letzten Jahrzehnten dokumentiert. Die Logistik ist schwierig — die Region ist abgelegen und politisch sensibel.
5. Bazman
Ein junger Stratovulkan östlich des Taftan, im späten Quartär aktiv. Er gehört zum Hinterbogen hinter der Makran-Subduktion und zeigt noch fumarolische Aktivität. Wenige ausländische Besucher sehen ihn je.
6. Schlammvulkane von Makran
Die iranische Küste am Golf von Oman trägt eine bemerkenswerte Reihe sedimentärer Schlammvulkane — nicht magmatischen Ursprungs, aber dennoch spektakulär. Kegel aus weichem, grauem Schlamm geben Methan und salzhaltiges Wasser frei; die größten sind mehrere hundert Meter breit.
7. Feld von Qarah Dagh
Ein Feld basaltischer Kegel und kurzer Ströme im Nordwesten, nahe der aserbaidschanischen Grenze. Die meisten sind monogenetische quartäre Bildungen. Das Landschaftsbild ist breite, lavabodengeprägte Täler mit isolierten Schlackenkegeln.
8. Karaj-Tochal-Vulkangürtel
Eine Reihe älterer Vulkanzentren am Elburs westlich des Damavand. Heute werden die Gipfel zum Skifahren und Wandern genutzt und bilden die nächsten Bergregionen Teherans. Die vulkanische Herkunft ist für die meisten Besucher kaum noch sichtbar.
9. Lar-Feld
Im Hinterland zur Kaspischen Seite ein quartäres basaltisches Feld mit kleinen Schlackenkegeln und rauem Terrain. Wichtig für die Viehwirtschaft und zunehmend für den Naturschutz im Lar-Nationalpark.
10. Basalte unter Teheran
Einige nördliche Vororte Teherans sitzen auf jungen basaltischen Strömen, die mit dem Damavand und dem breiteren Elburs- Vulkanismus zusammenhängen. Straßeneinschnitte zeigen Säulenklüftung. Der vulkanische Untergrund unter Teilen der Hauptstadt wird nicht groß beworben.
Warum Iran nicht in den Schlagzeilen ist
Der meiste aktive iranische Vulkanismus schläft auf Menschenzeitskala — Jahrhunderte bis Jahrtausende zwischen Ausbrüchen. Die tiefe Geologie ist klar aktiv, doch das Oberflächenbild ist ruhiger als bei den Nachbarn im Mittelmeerraum oder in Ostafrika. Sicher ist das nicht: Damavand und Sabalan gelten beide als ruhend, nicht erloschen.
Wie man reist
Damavand hat eine ausgebaute Aufstiegsroute für fitte Amateure. Sabalan lässt sich mit dem Skigebiet und den Thermalquellen bei Ardabil verbinden. Die Schlammvulkane Makrans sind abgelegen, aber für ungewöhnliche geologische Formen die Reise wert.
Auf der Karte
Filtert man die Karte auf Iran, zeigt sich die vulkanische Wirbelsäule des Landes im Norden entlang des Elburs und im Nordwesten, mit einem zweiten Cluster im Südosten nahe der pakistanischen Grenze und der Makran-Küste.