Die zehn wichtigsten Vulkane Deutschlands
Deutschland bricht heute nicht aus. Aber die Eifel westlich des Rheins trägt dutzende junger vulkanischer Formen – Maarseen, Schlackekegel, Lavaströme – und der letzte Ausbruch (Ulmener Maar) liegt erst rund 11.000 Jahre zurück. Das Land sitzt auf einem Hot Spot, der derzeit ruht, aber nicht erloschen ist.
1. Laacher See
Ein 2 km breiter Caldera-See – der größte der Eifel – entstanden bei einer mächtigen explosiven Eruption vor etwa 13.000 Jahren, deren Asche bis Italien reichte. Heute ein schöner Kratersee mit Benediktinerabtei am Ufer.
2. Ulmener Maar
Das jüngste Maar Mitteleuropas, vor rund 11.000 Jahren entstanden. Heute ein kleiner runder See bei Ulmen – zu Fuß leicht zu erreichen.
3. Gemündener Maar
Eines der drei Dauner Maare – ein perfekt runder Kratersee in der Vulkaneifel. Spazierwege führen um jeden See; das Besucherzentrum in Daun erklärt die Geologie gut.
4. Weinfelder Maar (Totenmaar)
Das größte der Dauner Trios, mit ruhigem Ufer und einer kleinen Kapelle über dem Wasser. Der Name "Totenmaar" stammt von einem mittelalterlichen Friedhof in der Nähe, nicht von einer Vulkankatastrophe.
5. Schalkenmehrener Maar
Das dritte Dauner Maar, teilweise verlandet und landwirtschaftlich genutzt, mit einem kleinen See an einem Ende.
6. Hohe Acht
Der höchste Punkt der Eifel mit 747 m, ein tertiärer basaltischer Stock – älter als die quartären Maare unter ihm, aber vulkanischen Ursprungs.
7. Vulkanpark (Mendig / Mayen)
Ein Netz von Lava-Stollen unter der Stadt Mendig, wo der Basalt der Osteifel jahrhundertelang für Mühlsteine abgebaut wurde. Für Besucher geöffnet und teils als Lagerkeller für Brauereien erhalten.
8. Kaiserstuhl
Ein kleines isoliertes Vulkanmassiv im Südwesten, im Rheingraben zwischen Schwarzwald und Vogesen. Tertiär, erloschen, mit Weinbergen an den sonnenwarmen Vulkanhängen.
9. Vogelsberg
Das flächenmäßig größte zusammenhängende Vulkangebiet Kontinental- europas – ein breiter Schildvulkan in Hessen, vor 10–18 Millionen Jahren entstanden. Längst erloschen, tief erodiert zu welligen Waldhöhen.
10. Rhön
Eine vulkanische Region an der Grenze von Hessen, Bayern und Thüringen, mit Basaltkuppen (Wasserkuppe, Milseburg), Weiden und einem UNESCO- Biosphärenreservat. Tertiär, erodiert, aber sichtbar.
Ist die Eifel tot?
Geologen sprechen von „ruhend, nicht erloschen". Seismische Bilder zeigen darunter einen heißen Mantelplume; Inflationsraten deuten darauf hin, dass er aktuell aufsteigt. In historischer Zeit gab es keinen Ausbruch, und der nächste, wenn er kommt, mag Zehntausende Jahre entfernt sein – aber er ist nicht ausgeschlossen.
Sicherheit und Zugang
Alle deutschen Vulkanstandorte sind zu Fuß erreichbar. Der Nationalpark Eifel und der Geopark Vulkaneifel bieten markierte Wege und Besucherzentren. Eine akute Ausbruchsgefahr besteht nicht.
Auf der Karte
Wer die Karte auf Deutschland filtert, sieht die Vulkanzentren in der Eifel, den Kaiserstuhl im Südwesten und das ältere Vogelsberg-Rhön-Gebiet in der Mitte des Landes.