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Die zehn wichtigsten Vulkane Frankreichs

2025-04-13

Das metropolitanische Frankreich ist seit Jahrtausenden geologisch ruhig – aber die Chaîne des Puys im Zentralmassiv ist eines der dichtesten Felder junger Kegel Europas. Mit den Überseegebieten wird Frankreich zu einem der vulkanisch vielfältigsten Länder der Welt, mit aktiven Ausbrüchen auf La Réunion und in den Kleinen Antillen.

1. Puy de Dôme (Auvergne)

Der emblematische Gipfel der Chaîne des Puys mit 1.465 m, ein holozäner trachytischer Dom. Von Clermont-Ferrand aus leicht zu besteigen, mit Aussicht über die gesamte Vulkankette. Der römische Merkurtempel auf der Spitze wird Stück für Stück freigelegt.

2. Chaîne des Puys (ganze Kette)

Eine 40 km lange Aufreihung von rund 80 monogenetischen Kegeln, Lavadomen und Maaren, die meisten jünger als 90.000 Jahre. Seit 2018 UNESCO-Welterbe. Beliebt als lange Fahrrad- oder Wanderroute.

3. Stratovulkan Cantal

Das erodierte Herz eines riesigen alten Schichtvulkans (einst vielleicht 3.000 m hoch) im südlichen Massif Central. Der Plomb du Cantal mit 1.855 m ist sein höchster verbliebener Punkt.

4. Mont-Dore (Puy de Sancy)

Ein Komplex älterer Schichtvulkane mit Gipfelpunkt Puy de Sancy (1.886 m), der höchste Punkt Zentralfrankreichs. Die heißen Quellen in La Bourboule und Le Mont-Dore sind weiterhin in Betrieb.

5. Devès-Feld

Ein monogenetisches Feld östlich der Chaîne des Puys, mit rund 150 Kegeln in einer ländlichen Landschaft. Weniger spektakulär als die Chaîne, aber geologisch verwandt.

6. Piton de la Fournaise (La Réunion)

Einer der aktivsten basaltischen Schildvulkane der Welt, der im Schnitt alle neun Monate ausbricht. Die Plaine des Sables ist ein klassisch marsähnlicher Anmarschweg. Aktive Ausbrüche von öffentlichen Aussichtsplätzen sichtbar.

7. Piton des Neiges (La Réunion)

Der ältere, höhere (3.069 m) und heute erloschene Schildvulkan, der den Großteil La Réunions aufgebaut hat. Die drei Cirques Mafate, Salazie und Cilaos sind Erosionsamphitheater an seinen Flanken.

8. Soufrière (Guadeloupe)

Ein 1.467 m hoher aktiver Schichtvulkan in den Kleinen Antillen, mit starker Fumarolentätigkeit und gelegentlichen phreatischen Eruptionen. Mit Führung von Saint-Claude aus bestiegen.

9. Montagne Pelée (Martinique)

Der Vulkan, dessen Ausbruch 1902 Saint-Pierre zerstörte und rund 30.000 Menschen tötete. Heute Forschungs- und Tourismusziel mit einem modernen Observatorium und klaren Gipfelblicken bei gutem Wetter.

10. Soufrière Hills / Nachbarn (französische Kleine Antillen)

Kleinere vulkanische Zentren auf den umliegenden französischen Karibikinseln gehören zum selben Antillenbogen. Weniger berühmt als die Giganten, aber auf derselben aktiven Subduktionslinie.

Wie Frankreich so vulkanisch wurde

Das Massif Central ist eine känozoische Hebung mit Dehnungsbrüchen, die Mantelmagma erreichen ließen – zuletzt im Holozän. Die Überseevulkane sind völlig anders: La Réunion ist ein Hot-Spot-Schild; die französische Karibik liegt auf dem Bogen der Kleinen Antillen.

Sicherheit und Zugang

Die Chaîne des Puys ist frei zugänglich. Die Vulkane auf La Réunion und den Antillen werden vom OVPF bzw. OVSG überwacht. Vor jedem Besuch deren Mitteilungen prüfen.

Auf der Karte

Wer die Karte auf Frankreich filtert, sieht, wie breit das Land vulkanische Regime spannt – von erloschenen Kegeln bei Clermont-Ferrand bis zu wöchentlichen Ausbrüchen auf La Réunion.